Diese Werbung wird für Fiat-Forum.de Mitglieder nicht angezeigt, wenn Sie angemeldet sind!

Augustin-Group

skY-Head

Anfänger

  • »skY-Head« ist männlich

Beiträge: 6

Registrierungsdatum: 18. April 2010

Wohnort: Nürnberg

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 27. April 2010, 22:06

Lautsprechereinbau: Plus/Minus-Anschluss Guide

Wird nicht angezeigt, wenn Sie angemeldet sind!

Hallo liebe Leidensgenossen,


mit dem folgenden Text möchte ich erklären, wie man die Lautsprecher (ohne Verstärker, also direkt am Radio) richtig anschließt, so dass Plus auf Plus und Minus auf Minus kommt und man keine störenden Auslöschungseffekte oder Verzerrungen seitens der Akustik ertragen muss. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich nicht so tiefgründig mit der Materie auseinander gesetzt habe, um zu wissen, wie schlimm, störend oder "gefährlich" (für die Lautsprecher) es sein könnte, wenn man diese "verpolt" - ich möchte schlicht und ergreifend eine detaillierte Anleitung geben, wie man sicher stellt, dass die Lautsprecher "richtig" angeschlossen sind, da ich selbst nach einer Stunde Recherche, nicht ausreichend Informationen zu diesem, im Nachhinein betrachtet - relativ einfachen Zusammenhang - gefunden hatte.

Im Grunde genommen braucht man nur zwei Informationen:
1.: WO ist Plus/Minus am Lautsprecher?
2.: WO ist Plus/Minus an den Kabeln, die da aus der Tür kommen?

zu 1.):
Wenn man sich Lautsprecherboxen zulegt, sind die beiden Anschlüsse normalerweise mit einem "Plus" und einem "Minus" gekennzeichnet. Ist dies nicht der Fall, kann man die Anschlüsse mit einem relativ einfachen und ungefährlichen Test herausfinden. Man benötigt hierzu lediglich eine handelsübliche 1.5 Volt Batterie (z.B. AA-Zelle = Mignon Batterie oder AAA-Zelle = Micro Batterie), wie sie in vielen Wanduhren, Fernbedienungen oder ähnlichem zu finden sind (so was hat wirklich JEDER im Haus...). Darüber hinaus braucht man eventuell noch ein kleines Kabel mit abisolierten Enden (zur Not tuts auch irgendein Stück Draht o.ä.). Nun schließt man den Plus Pol der Batterie (an der Batterie gekennzeichnet, der Pol mit dem kleinen "Knubbel" oben dran) an einen der beiden Kontakte des Lautsprechers an und verbindet den Minus Pol der Batterie mit dem anderen Kontakt des Lautsprechers. Die Membran des Lautsprechers wird "ausschlagen" (vorausgesetzt, die Batterie ist nicht völlig entladen...). Erfolgt der Ausschlag nach "außen", so ist der Kontakt an den man den Plus Pol der Batterie angeschlossen hat auch der Plus Pol des Lautsprechers. Erfolgt der Ausschlag nach "innen", so ist es der Minus Pol am Lautsprecher.

Nebeninformationen zu diesem Test, nur für interessierte Leser ^^: Dieser Test ist nach meinen elektrotechnischem Kenntnissstand völlig ungefährlich für den Lautsprecher, da eine Gleichspannungsquelle von 1.5 Volt Gleichspannung im Ohmschen Widerstand der Spule (i.d.R. 4 Ohm bei Lautsprechern) lediglich eine Verlustleistung von 0.5625 Watt erzeugt, welche problemlos durch Wärmeleitung und Konvektion abgeführt werden kann (Im späteren Betrieb kann man entsprechende Lautsprecher je nach Modell meist mit 30++ Watt RMS Leistung beaufschlagen, in so fern sollte das gar kein Problem sein). Ich erwähne dies nur, weil ich in anderen Foren schon gelesen habe, dass man diesen Test nur sehr kurz durchführen darf, was aber nach meinem Kenntnisstand überhaupt nicht berechtigt ist. Problematisch wäre es meines Erachtens nur, wenn solche Lautsprecher ohmsche Widerstände von beispielsweise einem miliOhm hätten, denn dann wäre die darin verbratene Leistung bei ~2250 Watt und die Spule könnte sehr schnell durchbrennen, dies entspricht im Prinzip dem kurzschließen des Plus und Minus Pols der Batterie, welche dabei vermutlich auch recht schnell kaputt gehen dürfte. Allerdings ist dabei sowieso der Innenwiderstand der Batterie vernachlässigt worden, welcher durchaus im Bereich von einem Ohm liegen kann, wodurch sich der Strom im "worst-case" = Kurzschluss sowieso auf 1.5 Ampere und demnach einer Verlustleistung von 2.25 Watt beschränken würde. Ich habe den ohmschen Widerstand aber auch mal mit einem Multimeter nachgemessen und es waren tatsächlich 4 Ohm, weshalb dieser Test total unbedenklich ist.

zu 2.):
Welches der beiden Kabel, die da aus der Tür rauskommen ist eigentlich das "Plus"-Kabel? Dies ist schon etwas schwieriger rauszufinden. Im Prinzip braucht man hierfür ein Multimeter, also ein Messgerät, welches unter anderem den Widerstand eines Drahtes anzeigen kann (sieht zum beispiel so aus...) bzw. einen Piepston ausgibt, wenn ein "Kurzschluss" zwischen zwei Kabelenden vorliegt (gabs beispielsweise schon bei Aldi für 10 Euro zu kaufen, reicht für diesen Zweck völlig). Jetzt geht man strukturiert vor:
1.: Bedienungsanleitung des Radios herausholen und die Seite herausfinden, auf der Ausgänge des Radios tabellarisch aufgelistet sind. Hier kann man jeweils herauslesen, welches Kabel (dieses viereckigen Adaptersteckers), welche Funktion hat. Unter anderem wird man dort die Einträge finden für: Vorne Links Plus, Vorne Links Minus, Vorne Rechts Plus, Vorne Rechts Minus u.s.w. - mit der jeweiligen Farbe des Kabels, des beim Radio mitgelieferten Adaptersteckers.
2.: Sukzessive, also ein Kabel nach dem anderen prüfen. Hierbei nimmt man sich beispielsweise das Kabel, welches in der Radio Anleitung mit "vorne, links/fahrerseite, plus" gekennzeichnet ist, vergleicht, in welchen "Pin" des im Auto bereits verlegten Kabelbaums, dieses Kabel des Radioausgangs führt und schließt dort eine Prüfspitze des Multimeters an. Nun berührt man mit der anderen Prüfspitze des Multimeters sämtliche Kabelenden, welche aus den Türen kommen, bis man den "Kurzschluss" (also ganz niedriger Ohm-Wert) gefunden hat (Im Dioden-Durchlass Modus ertönt im Multimeter praktischer weise sogar ein Piepston, sobald man das richtige Kabelende berührt). Dieses Kabel markiert man sich dann am besten mit einem Stück Isolierband und schreibt mit Edding für die Ewigkeit (oder besser gesagt, falls man irgendwann später mal wieder andere Boxen einbauen sollte...) ein PLUS Zeichen drauf... Das Minus an der entsprechenden Tür ebenfalls zu markieren ist relativ überflüssig, wenn man einen Anschluss an einer Tür kennt, ergibt sich der andere ja automatisch... Nun muss man sich das nächste Kabel nach exakt dem selben Schema vornehmen, also beispielsweise "vorne, rechts/beifahrerseite, plus"...

Auch dies ist nur Zusatzinformation für interessierte Leser: Warum betreibt man diesen ganzen Aufwand, wozu das Multimeter, reicht es nicht einfach nur die Farben der Kabel zu vergleichen? Diese Frage kann ich ganz klar mit NEIN beantworten. Zum einen sind die verwendeten Kabel(farben) des beim Radio mitgelieferten Adaptersteckers von Hersteller zu Hersteller schon mal unterschiedlich, möglicherweise sogar die Pinbelegung (also beim einen Hersteller ist ganz rechts oben beispielsweise der Plus Pol der Box vorne rechts... und beim anderen Hersteller ist dort ein anderer Ausgang...) - auf jeden Fall sind die Kabel aber anders farbig, als die entsprechenden Kabel, die im Kabelbaum des Autos verwendet werden (dies hängt wiederum vom Auto Hersteller ab) aber das schlimmste an der Geschichte ist, die Kabelfarben der Eingänge, wie sie im Kabelbaum des KFZ verwendet werden (direkt hinter dem Radio) sind mit den Kabelfarben der Ausgänge (also sozusagen an den Türen) nicht konsistent! Im Klartext bedeutet dies, dass in den Türen oder irgendwo anders auch noch mal "Zwischenstationen" sind, bei denen sich die Kabelfarbe ändert (dies war beispielsweise bei meinem Fiat Panda 1.1 (169) der Fall). Hinter dem Radio war beispielsweise ein durchgehend schwarzes Kabel, welches dann letztlich bei der Tür links-hinten als blau-rotes Kabel wieder heraus kam..., bei manchen anderen Kabeln hat die Farbe sogar gestimmt, aber verlassen konnte man sich da auf absolut gar nichts. Die standard Boxen waren bei mir im Übrigen auch noch verpolt angeschlossen (was erst recht erklärt, warum der Sound so scheiße war...) wie ich bei der ganzen Aktion und beim Durchmessen gemerkt habe. Die eine Box war intern so beschalten, dass sie bei Plus am linken Kontakt (nach dem Test, der unter zu "1.)" beschrieben ist) nach außen ausgeschlagen hat, bei der anderen war es der rechte Kontakt, aber von der Kabelseite her (also Kabelbaum des Autos), war Plus bei beiden Boxen, jeweils auf den linken Eingang gelegt... so viel zum fachmännischen Anschließen von Boxen seitens der Fiatmitarbeiter bei Neuwagen...

PS: Alles in Allem, war das Ganze wirklich ein großer Aufwand... vom Abmontieren der ganzen Verkleidungen, über das Durchmessen der Kabel, Beschriften, Drähte Verkrimpen, Verquetschen, kontakten... zwischendurch immer mal Testen, ob alles geht, neue Schrauben Besorgen (weil die Mitgelieferten zu lang waren für die Adapterrahmen der Hintertüren...) und so weiter und so weiter ... - aber das schlimmste ist: Der Sound ist jetzt zwar besser, als mit den Standard Boxen (mit "Pappemembran" und "Plastik"...) - aber es ist bei weitem nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Gründe dafür scheinen offensichtlich, ob zwar ich es nicht ganz wahr haben will... Der Sound ist wohl immer nur so gut wie die Quelle, im Falle von miesen "Pop"-Mp3s bei 128kb/s und ähnlichem braucht man sich da also schon mal nicht wundern, wenn das Ganze ab einer gewissen Lautstärke total übersteuert, knattert und dröhnt... Verstärker machen wohl ebenfalls noch extrem viel aus und die Endstufen des Radios sind einfach bei weitem nicht gut genug, um die Boxen "ausreichend" anzusteuern und für einen klaren Ton zu sorgen. Jetzt bin ich schon wieder am überlegen, ob ich das Ganze nochmal mache und mir dann doch eine Endstufe reinbaue, weil ich irgendwie total Bock auf geilen Sound habe... - aber das rumgebastel hat insgesamt doch ganz schön Spaß gemacht, muss man auch zugeben.
KFZ-Amateur, der gerade bemerkt hat, dass Schrauben und Basteln am Auto Spaß macht :-)

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »skY-Head« (27. April 2010, 22:30)


Anzeigen

Diese Werbung wird für Fiat-Forum.de Mitglieder nicht angezeigt, wenn Sie angemeldet sind!